BB 2020 ff
Projektvorhaben des Netzwerks Ludwig van B.:

Seit annähernd 250 Jahren befinden sich Beethoven und seine Musik auf einer noch nicht beendeten „Zeitreise“. Warum wird er noch immer weltweit gehört? Was macht die „Nachhaltigkeit“ von klassischer Musik aus, von der heutige Musikproduzenten nur träumen können?
In Vorbereitung auf das 250. Jubiläum des meistgehörten Komponisten sucht das Netzwerk Ludwig van B. mit unterschiedlichen innovativen Projektformen einen neuen Zugang zu einer bisweilen auch abgenutzt erscheinenden Musik. Und doch: es gibt auch tatsächlich noch „unbekannten Beethoven“ zu entdecken!

Für die Projekte in Beethovens Jubiläumsjahr hat sich das Netzwerk auf Statuten verständigt:

1.   Alle Projekte sollen auf das Jahr 2020 zulaufen, dort ihren Höhepunkt und ihre vollständige Präsentation haben und nachhaltige Strukturen in der Zukunft entwickeln. Es geht nicht darum, ein „einmaliges Feuerwerk abzubrennen“

2.   Die Projekte sollen innovativen Charakter haben

3.   Schwerpunkt der Projekte beziehen sich auf die Person und das Werk Beethovens sowie eine auf Konzentration und  Nachhaltigkeit ausgerichtete musikalische Bildung

4.   Alle Projekte sollen auf junge Menschen zielen, Jugend mitwirkend und als Publikum maßgeblich einbeziehen.

5.   Die Projekte sollen in Bonn und der näheren Umgebung realisiert werden, aber Vorbildcharakter für jede musikalische Nachwuchs- und Bildungsarbeit haben und Brücken schlagen zu überregionalen und internationalen musikalischen Partnern.

6.   „Alle Menschen werden Brüder“ – Musik im Namen Beethovens ist immer grenzüberschreitende Kommunikationsform




 Beethovens Zeitreisen:

  • Warum sind manche "Weltstars" in wenigen Monaten vergessen und andere überleben für Jahrhunderte?
  • Was ist es, das Kunst wichtig, bedeutend, "groß" macht?
  • Wozu brauchen Menschen Musik?
  • Was würde Beethoven heute komponieren? Würde er überhaupt Musik machen?
  • Was macht "Nachhaltigkeit" in den Künsten aus?
  
Wettbewerbe, Musiktheaterprojekte, Begegnungen, Recherchen zu Beethovens Zukunftsfähigkeit - gestaltet von jungen Menschen.

Das Netzwerk LvB verfolgt bis 2020 konkret folgende Projekte:


1.    Beethoven-Trilogie
Zum ersten Mal steht der „Meister“ selbst im Mittelpunkt der Musiktheaterprojekte des Netzwerks. Beginnend im Jahr 2015 sollen im Abstand von etwa zwei Jahren insgesamt drei Beethoven-Musiktheaterstücke entstehen, die sich auf sehr unterschiedliche Aspekte von Werk und Person beziehen. Im Jahr 2020 sollen alle drei Werke nochmal aufgeführt werden.                                      
„Quasi una fantasia - Über Unsterblichkeit“ 
- ein Kammer-Musik-Theater-Stück mit Beethoven und seinen Werken. 
Uraufführung: 19. Mai 2015 im Kammermusiksaal des Beethovenhauses, weitere Termine: 27. und 28. Mai 2015 

„Muss es sein? – Es muss sein!“ – eine Beethoven-Oper von einem namhaften Komponisten

„Freude“ Eine karnevalistisch-„sing“fonische Revue


 2.    Einstudierung aller Beethoven Volkslied-Bearbeitungen bis 2020 
Es gibt ihn noch, den "unbekannten Beethoven". Fast 10 Jahre lang arbeitet er mit größter Sorgfalt an Arrangements zu annähernd 170 Volksliedern, deren gesammelte "Originale" ihm vom schottischen Liedersammler Thomson nach und nach zugeschickt werden. - Trotz des "harmlosen" Materials macht Beethoven sich die Sache nicht leicht. Mit Fleiß und Inspiration entwickelt er eine dreistimmige Begleitung zu den vielfach mehrstimmigen Liedern. Wegen ihrer komplexen Besetzung (Klaviertrio und bis zu 4 Gesangsstimmen)  werden sie nur sehr selten einstudiert und aufgeführt. Ein fast vergessener Schatz von Liedern. Bei den noch folgenden Konzerten werden neben Beethovens Originalbesetzung auch das traditionelle a capella-Lied sowie Neuarrangements heutiger Musiker erklingen. Im Jahre 2020 wird es eine lange Nacht der Beethoven-Volksliedbearbeitungen geben, bei der sämtliche 168 Lieder aufgeführt werden.
 
Konzert 1: Schottische Lieder op. 108: 7. September 2014
Konzert 2: Irische Lieder WoO 152: 29. August 2015
Konzert 3: Walisische Lieder WoO 155 11. Sept. 2016

3.     „Ludwig singt“:  (Beginn 2015)
Nichts ist so schön, wie gemeinsames Singen. Singen befreit den Kopf, den Atem, die Seele. Singen ist kommunikativ und singen kann jeder. - Wenn er nur erst anfängt! Im Jahr 2020 sollen alle Bonner Grundschüler ein gemeinsames Liedrepertoire kennen. Angefangen haben deshalb mit Unterstützung von Gesangspädagogen aus dem Netzwerk Ludwig van B. nun ca. 100 Grundschullehrer aus insgesamt 16 Bonner Grundschulen. Mit Einsingübungen und lockeren Körperspielen lernen sie auf die gleiche Weise 20 verabredete Lieder, wie sie es dann ihren Kindern auch beibringen können. Über 900 Kinder sind derzeit an dem Projekt beteiligt, das bis zum Jahr 2020 auf möglichst alle Bonner Grundschulen ausgeweitet werden soll. Die Ergebnisse der halbjährigen Ludwig-singt-Kurse werden jeweils vor der Sommerpause in großen Familienkonzerten mit 500 teilnehmenden Kindern aus allen Projektschulen.
Wir bedanken uns bei unserem Partner, der Stiftung Bonner Musikleben in der Bürgerstiftung.
                                           
4.   „Die sinfonische Gesellschaft“:  (Beginn 2015)
Die Beethovenstadt Bonn braucht und verdient eine qualitativ hochwertige Nachwuchs-Orchesterförderung.
Beethovens erstaunliche musikalische Entwicklung soll uns auch heute Verpflichtung sein: musikalisches Ingenium kann nur gedeihen in einer inspirierten, kulturaffinen, künstlerisch ambitionierten Umgebung, wie der junge Beethoven sie vor 250 Jahren in Bonn erlebte.
Durch ihn wurde die Sinfonie als harmonisches Zusammenwirken vieler verschiedener selbstbewusster Stimmen und Stimmgruppen, die jeweils auch auf den anderen achten müssen, zum Bild für Gesellschaft schlechthin.
In diesem Geist soll in Bonn ein herausragendes Nachwuchsorchester qualifiziert werden, das als Botschafter der Beethovenstadt Bonn die Idee der "sinfonischen Gesellschaft" durch überregionale Verknüpfungen verbreitet.

5.   FrEE BEEthoven: 
Förderung eines jungen Bonner Orchesters als herausragende „junge Beethoven-Botschafter“ durch internationale Orchester-Begegnungen.
Beethovens Botschaft von der weltumspannenden Kommunikation durch Musik soll durch musikalische Nachwuchsprojekte von Bonn aus mit Leben erfüllt werden: für herausragende Bonner Nachwuchsorchester und -Ensembles soll ein internationales Austausch- und Begegnungsprogramm entwickelt werden.

6.  Beethoven-Campus in Bonn
Um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass der große Sinfoniker Beethoven bis zu seinem 22. Lebensjahr in Bonn auf höchstem Niveau ausgebildet wurde, soll ein Beethoven-Campus etabliert werden, in dessen Mittelpunkt Begegnung und Coaching von Nachwuchs-Orchestern sowie insgesamt innovative musikalische Bildung auf Spitzenniveau stehen soll.

Folgende Schwerpunkte stehen für das Netzwerk dabei im Mittelpunkt:
- überregionale und internationale Begegnungen
- Sinfonische Spitzenförderung
- Singen für alle
- Künstler als Veranstalter
- Begegnungen mit großen Künstlern
- Meisterkurse und Coachings auf höchstem Niveau
- nachhaltiges Fernziel: verbesserte musikalische Grundbildung und Ausbildung (Musik-Gymnasium, Akademie)

Der Campus findet erstmalig 2016 statt und soll spätestens ab 2020 eine jährliche Veranstaltung im Zusammenhang mit dem Beethovenfest sein.